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Wissenschaftliche Abschlussarbeit - Detailansicht

Bereich Bau und Umwelt - Fakultät Umweltwissenschaften - Fachrichtung Forstwissenschaften - Institut für Forstbotanik und Forstzoologie & Institut für Bodenkunde und Standortslehre - Professur für Forstzoologie

Untersuchung zur Genauigkeit eines Fotofallenmodells
Art der Abschlussarbeit
Bachelor
Autoren
  • Rücker, Jonas
Betreuer
  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Mechthild Roth
  • M.Sc. Peter Prölß
Abstract
Wildkameras für Populationsberechnungen zu nutzen ist in der Wildtierökologie ein weit verbreiteter Ansatz. Vertrauenswürdige Ergebnisse liefern die Wildkameras aber nur wenn diese auch zuverlässig auslösen.
Um die Anwendung des REM im Kooperationsprojekt zu ermöglichen mussten im Vorfeld die Zuverlässigkeit der eingesetzten Wildkameras ermittelt werden. Dazu wurde vom 17.09 bis 8.10.18 ein Versuch im Rotwildgehege des Lehr- und For-schungswildhgeheges des Institutes für Waldbau und Forstschutz der TU Dresden eingerichtet. Hier wurden drei Fotofallen des Herstellers Cuddeback C 2 von einem permanent aufzeichnenden Infrarot- Videokamerasystem überwacht und auf ihre Genauigkeit geprüft.
Die Ergebnisse zeigten, dass von den 1 167 Ereignissen 213 verpasst wurden. Damit haben die Fotofallen 18,2 % aller Ereignisse nicht aufzeichnet. Die Erfolgsquoten konnten bis zur Entfernungsklasse „6-8“ mit über 90 % beschrieben werden. Bei der Entfernungsklasse „8-x“ konnte ein Abfall der Erfolgsquote bei aktivem wie bei inak-tivem Videosystem festgestellt werden. Dieser maximale Rückgang wurde bei akti-vem Videosystem festgehalten und betrug 41,7 %. Es wurde deutlich, dass es bei zunehmender Entfernung zu einer Zunahme an verpassten Ereignissen kommt. Mit-tels einer logistischen Regression wurde geprüft ob ein Zusammenhang zwischen der Auslösung und Entfernung zu erkennen war. Die Ergebnisse zeigten bei allen Model-len, dass es einen höchst signifikanten Zusammenhang gibt und die Auslösung von der Entfernung abhängig ist.
Als Begründung für die FE konnten drei Erklärungen gefunden werden. Durch einen größeren Detektions- als Aufnahmebereich der Kameras wurden etwa 70 % der FE erklärt. Bei dem schnellen Passieren der Aufnahmeflächen wiesen die Fotofallen un-terschiedlich Ergebnisse auf. Die hohe Geschwindigkeit begründete 20 % der FE.
Standen die Videoaufnahmen zur Verfügung so konnte eine korrekte Eingruppierung der Ereignisse in Ereignisgruppen stattfinden. Deshalb wird davon ausgegangen das die Daten mit intaktem Videovergleich die genauesten sind. War das System ausge-fallen und die Eingruppierung musste anhand der Fotofallen durchgeführt werden, kamen vermutlich Zuordnungsfehler vor. Begründet durch die verschiedene Bearbei-ter und die Metadateneinordnung.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Zuverlässigkeit der Fotofallen bei einer fehlenden Genauigkeitsuntersuchung falsch eingeschätzt worden und eine Anwendungen, wie die Populationsberechnung, mit Fehlern behaftet wären.
Zugeordnete Forschungsschwerpunkte
  • Methodenentwicklung, -vergleich, -evaluation
  • Management von Schalenwildpopulationen in speziellen Gebieten (z.B. in Nationalparken)
Zugeordnete Forschungsprojekte
  • Populationsökologie von Rotwild im Erzgebirge und Elbsandsteingebirge
Schlagwörter
Fofofallen-Test, Rotwild, Gehege, Populationsdichteschätzung, Methodenevaluierung,
Berichtsjahr
2019
Stand: 23.07.2019