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Wissenschaftliche Abschlussarbeit - Detailansicht

Bereich Bau und Umwelt - Fakultät Umweltwissenschaften - Fachrichtung Forstwissenschaften - Institut für Forstbotanik und Forstzoologie & Institut für Bodenkunde und Standortslehre - Professur für Forstzoologie

Untersuchungen zum Raum- und Zeitverhalten von Rotwild im Nationalpark Kellerwald-Edersee
Art der Abschlussarbeit
Bachelor
Autoren
  • Peters, Tilman
Betreuer
  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Mechthild Roth
  • Dr. rer. silv. Norman Stier
Weitere Betreuer
Tobias Rönitz, (Nationalparkamt Kellerwald-Edersee)
Abstract
Nationalparks sind als Ausflugsorte, wichtige Ökosysteme sowie Lebensraum für Wildtiere häufig mit gegensätzlichen Ansprüchen und Interessenlagen konfrontiert. Letzteres gilt ebenso für das Rotwild in Deutschland und so ist es zentraler Gegenstand des Wildtiermanagements in vielen Gebieten Deutschlands und so auch, als Charakterart, im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die möglichst zufriedenstellende Vereinbarung verschiedener Interessen auf vergleichsweise kleiner Fläche macht dort eine umfassende Forschung für das Wildtiermanagement unabdingbar. Ziel der vorliegenden Untersuchung war dementsprechend die Fortsetzung der im Jahr 2015 begonnenen Untersuchung des Raum- und Zeitverhaltens von Rotwild im Nationalpark Kellerwald-Edersee, insbesondere im Bezug zu möglichen Störungen. Die Beobachtungen fanden von einer stationären Beobachtungskanzel an der Wildwiese Wellenhausen, über einen Zeitraum von sieben Wochen, im Herbst 2017 statt. Kombiniert wurden diese Direktbeobachtungen mit der Installation von fünf Fotofallen im Bereich der Wildwiese, zur zusätzlichen kontinuierlichen Datenaufnahme, insbesondere in der Nacht.
Die Ergebnisse zeigten gegenüber den Vorjahresuntersuchungen einen positiven Trend in der Beobachtbarkeit von Rotwild hinsichtlich der Anzahl der gesichteten Stücke, Sichtungsdauer, Anteil von Ansitzen mit Sichtung sowie eine leicht positive Tendenz bei der Verweildauer auf der Wiese. Zudem war die mittlere Rudelgröße seit der Erstuntersuchung auf 4,4 Stück je Rudel angestiegen. Der über die Beobachtungsstopp und die Registrierung von Querfeldeingängern ermittelte Störeinfluss des Menschen schien in der Umgebung von Wellenhausen zurückgegangen zu sein. Indifferente Ergebnisse bei geringer Datengrundlage brachte hingegen die Ermittlung der Grundunruhe über das Verhaltens-Sampling. Während beim Focal-Sampling ein Wert von 7,6 % Anteil des spontanen Sicherns ermittelt wurde, ergab das Scan-Sampling einen Anteil des Sicherns von 18,3 %. Unverändert im Vergleich zu den vorhergehenden Untersuchungen blieb hingegen die vorrangige Nutzung der Wiesenbereiche zwischen 300 und 450 m Entfernung zur Kanzel. Im Rahmen der Brunftbeobachtung zeigte sich eine rückläufige Anzahl der registrierten Brunftrufe an Wellenhausen und direkte Brunftbeobachtungen blieben weiterhin die Ausnahme.
Durch die Nutzung der Fotofallen konnte zudem erstmals, der bereits vermutete Aktivitätsverlauf von Rotwild mit einer vorwiegenden Nachtaktivität auf der Wildwiese bestätigt werden. Ebenso konnte ermittelt werden, dass die vorderen, kanzelnahen Wiesenbereiche, welche während der Direktbeobachtungen kaum durch das Wild aufgesucht wurden, vorwiegend nachts durch Rotwild beäst wurden.
Zugeordnete Forschungsschwerpunkte
  • Management von Schalenwildpopulationen in speziellen Gebieten (z.B. in Nationalparken)
Schlagwörter
Rotwild, Cervus elaphus, Direktbeobachtungen, Fotofallen, Monitoring, Aktivität, Störung
Berichtsjahr
2019
Stand: 08.08.2019